Ausstellung Raumlinien – Raumkörper
"... Man gestatte mir an dieser Stelle einen kurzen kunsthistorischen Exkurs, beide Künstler dieser Ausstellung betreffend. So wie Stephan Siebers, wenn er seine Würfel und Quader zum Aus-der-Mitte-treten, zum Schwindlig werden und zum Tanzen bringt, abweicht von der Nüchternheit der amerikanischen Minimal Art der sechziger, siebziger Jahre, die ihn einst inspirierte, so bricht Sibylle Rosenboom mit einer noch weiter zurückreichenden gestalterischen Linie.
Ein Jahrhundert ist es her, daß in Holland die de-Stijl-Gruppe mit Piet Mondrian als prominentestem Vertreter sich verschwor auf eine geometrische Aufteilung der Bildfläche und eine koloristische Beschränkung auf die Grundfarben Rot, Gelb, Blau, dazu noch Schwarz und Weiß. Solche Vorgaben sind Rosenboom zu eng. Sie hält dagegen mit Mischtönen, nicht selten sogar Varianten von Terrakotta, Braun und Grün, für deren Verwendung man seinerzeit wohl hochkant aus der de-Stijl-Gruppe rausgeflogen wäre. Aber – kündigte ich nicht beide heutigen Kunst-Kollegen als undoktrinär an?
Die hunderteckigen Irrgärten auf Sibylle Rosenbooms Vermählung von Malerei und Zeichnung haben für mich geistig weniger mit Mondrian zu tun als mit seinem Landsmann und Zeitgenossen M. C. Escher und dessen Vexierbildern, was vertrackte Konstruktionen und Dimensionen betrifft. Eine in der sogenannten Konkreten Kunst seltene Poesie macht sich geltend, wenn die Rosenboomschen Formerfindungen über die Bildfläche flattern wie ein Satz in der Luft sich auffächernder Spielkarten. ... "
ein Auszug aus der Eröffnungsrede des Kunstkritikers Dr. Roland Held
Vernissage | 3. Februar | Galerie der Volksbank Weinheim Kurpfalz | Weinheim
Presse | Link:
https://www.weinheim-journal.de/index.php/2026/02/04/raumlinien-raumkoerper-kunst-als-begegnung/

Architektur der Farbe
Künstlerportrait
Darmstädter Kulturnachrichten | 11/2025
Zwischen Konkretion und Sinnlichkeit
"Die konzeptionelle wie die Konkrete Kunst beeindrucken durch ihre Rationalität. Die Arbeiten von Sibylle M Rosenboom, die nach dem ersten Eindruck konzeptionellen Charakters sind, vermitteln darüber hinaus farblich fundierte Sinnlichkeit. Das Spiel mit den Farbkontrasten und die daraus resultierende Farbstimmung in ihren Bildern sind tragende Säulen ihres künstlerischen Schaffens. Sie taucht damit ihre rational wirkenden Kompositionen in eine geheimnisvolle Lichtstimmung.
Zu solchen neuartig wirkenden Kompositionen wurde sie von erlebten Landschaften inspiriert. Vor allem der Süden Portugals mit seinen kubisch wirkenden Häuser an der Steilküste lädt in den Bildern der Künstlerin zum Träumen ein. 'Os Cobos Abertos' lautet der Titel einer Serie mit moosgrün bis türkis leuchtenden Farbflächen. Vor solchen monochrom aufgebauten Flächen entwickelt sich ihr Spiel der Formen, die den Malgrund teilweise durchdringen, teilweise aber auch aus ihm herauszuwachsen scheinen. An Auffaltungen kleiner Schächtelchen mit Innen- und mit Außensicht oder an gestaffelte Architekturzeichnungen erinnern diese Strukturen, deren Wahrnehmung sich je nach einfallendem Licht oder wechselnder Betrachtungsperspektive verändert. Trompe l'œil (Augentäuschung) spielen hierbei eine entscheidende Rolle."
Von Dr. Helmut Orpel | Kunstmagazin METROPOL | 1/2025
Mutig in München
Die Herbstausgabe der Artmuc versammelt wieder zahlreiche Galerien und Soloprojekte im Münchner Norden
"Wenn Galeristin Luzia Sassen die geometrischen Kompositionen von Sibylle M Rosenboom auf der Artmuc […] zeigt, ändert sich die Atmosphäre ..."
Von Christiane Meixner | Weltkunst | Partner von Zeit Online | Nr. 233 | 24.10.2024
Abstrakte Kunst als Erlebnis
"... Herausragend auch Rosenbooms Farbräume [...]
rhythmisiert und abgestimmt wie feine Kammermusik ..."
Zur Ausstellung "Resonanzen" des Kunstforums Seligenstadt
Von Reinhold Gries | Offenbachpost | Kultur | 23.09.2024
Gelb in allen Schattierungen
"Here Comes The Sun" – Die Heidelberger Galerie Grewenig widmet sich der Farbe des Sommers
"... Viele Künstlerinnen und Künstler der Galerie begegnen dem Besucher wieder, aber es gibt auch zwei Neuzugänge, die gut in das Galeriekonzept passen [...] Die 1964 geborene Darmstädterin Sibylle M Rosenboom bevorzugt ebenfalls das Quadrat, stellt dieses in geometrische Beziehungen und schafft so beinah dreidimensionale Räume auf der Leinwand. Die formale Strenge ihrer Mischtechniken nutzt Farbe als architektonisches Vexierspiel zwischen Vorder- und Hintergrund. Auch sie passt wunderbar in das Programm der seit 1951 existierenden Heidelberger Galerie ..."
Von Matthias Roth | Rhein-Neckar-Zeitung | Feuilleton | 17.07.2023
Ein interessanter Dreiklang
Galerie Sassen zeigt bewegliche Skulpturen und eigenwillige Malerei
"… Auch die 1964 geborene Darmstädterin setzt sich intensiv mit einem Thema auseinander. Vorherrschendes Motiv ist das Quadrat, dass sie auf überraschender Weise durch dekliniert. In Verbindung mit Linien und Farbfeldern entstehen verschachtelte, konstruktivistische Formen, die eine große haptische Qualität haben. Dabei treibt die Künstlerin ein Spiel mit der Wahrnehmung, je nachdem, wie sie grüne oder blaue Farbakkorde auf monochromen Grund aufbaut, wie sie das Blockhafte oder zarte Nuancen hervorhebt.
„Man kann wunderbar mit diesen Bildern Leben und bekommt jeden Tag neue Impulse“, meint Luzia Sassen, die Sibylle Rosenboom neu ins Programm aufgenommen hat. Ein Gewinn …"
Von Annette Schroeder | Rhein-Sieg | Kultur | 26.03.2021
Irreale Welten der Geometrie