Das Oberfeld
Ein Feld, auf dem in den 70er Jahren ein Autobahnkreuz geplant war
Das Oberfeld liegt am östlichen Rand Darmstadts und schließt unmittelbar an die Rosenhöhe sowie die Mathildenhöhe
an, wodurch es Teil eines zusammenhängenden historischen und landschaftlichen Kulturraums wird. Die offene Agrarlandschaft bildet einen ruhigen, naturnahen Übergang zwischen den beiden bedeutenden Jugendstil-Ensembles und dem stadtnahen Grünzug. Durch diese Nähe eignet sich das Oberfeld ideal für Spaziergänge, die Kunst, Architektur und Natur auf engem Raum verbinden.
Hommage an das Oberfeld
Weil zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler das Oberfeld als einen selten gewordenen Erfahrungsraum wahrnehmen, entstand die Idee, diesen besonderen Ort in einer Ausstellung sichtbar zu machen. Die künstlerischen Positionen spiegeln wider, wie unterschiedlich das Oberfeld gelesen werden kann: als Naturraum, als kulturelles Gedächtnis, als Projektionsfläche für ökologische, soziale oder ästhetische Fragen. Initiiert und kuratiert wurde dieses Projekt von Dr. Christiane Klein, Leiterin des Kulturinstituts Atelierhaus Vahle und der Galerie C. Klein.
Das Sameln der Farben
Nach der Einladung zu diesem Projekt begann Sibylle M Rosenboom, sich intensiv mit der wechselnden Farbigkeit der Landschaft auseinanderzusetzen. Sie „sammelte“ jene Farben, die ihre stärkste Aufmerksamkeit auf sich zogen, hielt sie in ihrem Notizbuch fest und entwickelte daraus die Farbklänge, die ihre einzelnen Werke prägen. So entstanden Kompositionen, die die Atmosphäre des Oberfelds nicht abbilden, sondern in farbige Stimmungen übersetzen. Diee Arbeiten zeichnen sich durch eine besondere Sensibilität für feine Abstufungen und Übergänge aus: Farben werden bei ihr zu Trägern von Lichtstimmungen, räumlicher Tiefe und leiser poetischer Präsenz. In dieser Verdichtung entsteht eine Malerei, die weniger das Sichtbare beschreibt als vielmehr das Empfundene – ein stilles Echo des Oberfelds, das sich in jedem Bild neu formt.
Die Schau
„Hommage an das Oberfeld – Künstlerische Arbeiten“ wurde am
4. Juni 2017 im Designhaus Darmstadt eröffnet und zahlreiche regionale Künstlerinnen und Künstler waren beteiligt. Kulturreferent Prof. Dr. Ludger Hünnekens führte in die Schau ein, die Malerei, Fotografie, Skulpturen und Terrakotta-Arbeiten präsentierte, welche sich auf vielfältige Weise mit dem Darmstädter Oberfeld auseinandersetzen. Ein Feld, dass glücklicherweise ein Feld sein darf.